Ölgemälde, 84 x 84 cm
Polen ist nicht nur Nachbarland Deutschlands, sondern auch eines der wichtigen Herkunftsländer der Seminarteilnehmer an der Europäischen Akademie Otzenhausen, die derzeit vor allem mit schulischen Partnern in Polen arbeitet. Kontakte bestehen aber schon viel länger: Bereits vor dem Fall der Berliner Mauer 1989 hatte die Akademie die Annäherung zwischen Polen und Deutschen auf ihre Weise vorangetrieben. Daher dürfen polnische Künstler in der Pinakothek der Akademie nicht fehlen.

Obgleich er in zahlreichen Ländern ausstellte, war Wiesław Wodnicki (*1943 in Przemyśl, †2016 in Zmarł, beides Polen) untrennbar mit dem Gebiet von Przemyśl und dessen Kulturlandschaft verbunden. Przemyśl gehört zur Woiwodschaft Vorkarpatenland, das eine Partnerschaft mit dem Saarland unterhält (wovon auch andere polnische Künstler profitierten, die mehrfach an der Akademie auftraten).

Gemeinsam ist allen Werken Wiesław Wodnickis die Farbe, die seinen Kompositionen den eigentlichen Ausdruck verleiht. Leuchtendes Rot oder Violett harmonieren mit ausgewähltem Braun, Grün und Erdgelb. Eine kontrastreiche Farbskala und scharfe Licht-Schatten-Kontraste verleihen den Werken eine gewisse Unruhe. Viele der Gesichter sind ins Groteske verzerrt und sollen so die Gefühle der Menschen noch plastischer zum Ausdruck bringen: Zurückgezogenheit, Trauer, aber auch Aussöhnung mit dem Schicksal. Dazu kommen Landschaftsbilder, in denen er meist seiner Heimatstadt Przemyśl ein Denkmal setzt.