Algrafie, 103 x 84 cm
Mit „Waldlandschaft II“ besitzt die Europäische Akademie Otzenhausen ein Werk eines Nobelpreisträgers für Literatur. Was weniger bekannt ist: Günter Wilhelm Grass (*1927 in Danzig-Langfuhr, heute Gdańsk, Polen, †2015 in Lübeck, Deutschland) ist nicht nur ein großer Autor der deutschen Nachkriegsliteratur (Debüt: „Die Blechtrommel“, 1959), sondern auch Bildhauer, Maler und Grafiker. Er hatte, bevor er sich 1956/57 der Literatur zuwandte, Grafik und Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin studiert. Im Jahre 1999 wurde Grass mit dem Nobelpreis für Literatur, der höchsten Auszeichnung in diesem Bereich, geehrt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, manche davon verfilmt.

Neben seiner künstlerischen Arbeit erhob der politische Intellektuelle Grass auch seine Stimme, um das politische Tagesgeschehen zu kommentieren. Er war überzeugter Demokrat und engagierter Politiker, den insbesondere die Aufarbeitung der Vergangenheit – des Zweiten Weltkriegs - umtrieb. Für Diskussionen sorgte, dass er selbst in der Waffen-SS diente (1944) und erst spät den wahren Charakter der mörderischen Ideologie der Nationalsozialisten erkannte.

Sein Wirken war jedoch nicht nur auf die (Aufarbeitung der) Vergangenheit gerichtet, sondern er war auch eine moralische Instanz der Zivilgesellschaft mit Blick auf die Zukunft. Dazu gehörte auch sein Engagement für die Deutsche Umweltstiftung, die er 1982 gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten des politischen und öffentlichen Lebens gründete und über Jahre hinweg mit aufbaute. Das Motto dieser unabhängigen, großen deutschen Bürgerstiftung lautet „Hoffnung durch Handeln“. Sie setzt sich für den Erhalt der natürlichen Lebensräume auf unserer Erde ein.